Gebäudesektor – Bremse beim Klimaschutz und bei der Klimaanpassung? Es geht auch anders.

24.09.2026

Bild: ExtremWetterKongress

Wir Deutschen können nicht lüften.

Prof. Norbert Gebbeken

Gesagt hat das Prof. Norbert Gebbeken (Bayerische Ingenieurekammer-Bau) auf der KlimaManagementTagung, mitten in einem Vortrag über Hitzeschutz im Gebäude.

Sein Punkt: Technisch ist alles im Griff, der sommerliche Wärmeschutz ist genormt. Trotzdem werden die Räume zu warm, zu kalt, und es bildet sich Schimmel. Das liegt nicht an der Technik, sondern am Nutzerverhalten. Denn “Wir Deutschen können nicht lüften”. Wie aufgeladen das Thema ist, zeigte seine Anekdote aus einem Elternrat, in dem ernsthaft über das Querlüften im Klassenzimmer gestritten wurde.

Die bisherige Antwort darauf: noch mehr Technik. Eine Zwangslüftung tauscht die Luft mehrmals täglich – und holt im Winter die Kälte und im Sommer die Hitze mit herein. Also kommt anschließend die Klimaanlage dazu.

Dass es anders geht, zeigte er am selben Nachmittag: Ein Gebäude in Bayern kommt fast ohne Gebäudetechnik aus und hält 22 bis 26 °C – auch deshalb, weil vorher mit den Mieter:innen besprochen wurde, wie man darin lüftet.

Anschließend ging es um Sanierung statt Neubau, um Datengrundlagen für Kommunen und um verlässliche Stellen im Klimaschutzmanagement – mit Heinrich Strößenreuther (BaumEntscheid e.V.), Dr. Stefan Weihrauch (Hamburgische Ingenieurkammer-Bau), Daniel Hof (Drees & Sommer), Dr. Annika Mannah (eaD) und Nora Leps vom DWD. Vielen Dank!