Bild: ExtremWetterKongress
Darum ging es im Block „Wege zur Lösung: Wie sich Klimaschutz für kommunale Unternehmen rechnet“ auf der ManagementTagung.
Harriet von Kügelgen (Dauri) hat dort vorgerechnet, was sie den „Zins auf Zögern“ nennt: Wer eine Maßnahme kennt, die 10.000 € im Monat spart, und sie nicht umsetzt, hat nach einem Jahr 120.000 € liegen gelassen. Wer zögert, zahlt. Ihre Folie dazu zeigte eine Zahl, die man sich merken sollte: Rund 25 % der globalen Emissionen ließen sich heute profitabel reduzieren – nicht irgendwann unter idealen Bedingungen, sondern mit Maßnahmen, die sich für das Unternehmen rechnen. Das Problem ist selten die Wirtschaftlichkeit, sondern dass niemand weiß, welche Maßnahme im eigenen Betrieb greift. Genau da setzt Dauri an: Rund 150.000 Maßnahmen werden KI-gestützt ausgewertet und mit den Daten eines Unternehmens abgeglichen, um die passenden Optionen zu finden. Ihr Bild für das Ganze: der Geldspeicher von Dagobert Duck – der sein Vermögen, so ihre Lesart, mit Klimaschutz gemacht hat. https://dauri.de/
Konkret wird es auch beim zweiten Beitrag, und den kann man direkt selbst ausprobieren. André Bahr stellte Elementa – Zentrum Naturgefahren vor, ein Portal der öffentlichen Versicherer. Adresse eingeben, und man sieht, wie stark der eigene Standort von Sturzfluten, Hochwasser und Hagel bedroht ist – dazu eine Einordnung, was die Werte bedeuten, und Hinweise auf konkrete Schutzmaßnahmen bis hin zu zertifizierten Bauteilen. Die Daten sind größtenteils öffentlich, aber erstmals an einer Stelle zusammengeführt und für Laien verständlich aufbereitet. Probiert es aus, für das eigene Haus, die Schule, das Betriebsgelände: https://www.elementa.org/
Ebenfalls in diesem Block:
Wilhelm Kuttler (Universität Duisburg-Essen) berichtet über die klimaoptimierten Stadt der Zukunft und zum Unterschied zwischen vor Ort entstehender (autochtone Hitze) und herantransportierter Hitze (allochthone Hitze) – mit einem ganzen Katalog städtischer Maßnahmen von Beschattung über helle Oberflächen und Begrünung bis zu Sprühnebel und Hitzeaktionsplänen. Zudem sollten Klimaanlagen so selbstverständlich werden wie das Heizen von Wohnungen im Winter.
Falco Weichselbaum (IDG Düsseldorf Community Hub) veranschaulichte die Inner Development Goals (IDGs): Die SDGs zeigen, wohin wir wollen, aber nicht, wie wir dorthin gelangen – und genau an dieser Stelle „menschelt“ es. Denn die IDGs beschreiben, welche inneren Fähigkeiten und Kompetenzen Menschen brauchen, um die nachhaltigen Entwicklungsziele gemeinsam zu erreichen.
Denny Ohnesorge (Deutscher Holzwirtschaftsrat / Hauptverband Deutsche Holzindustrie) berichtete über die Vorteile des Holzbaus. Dieser sei laut Wohnungsbaugesellschaften zwar etwa 7 % teurer, werde jedoch zu einem großen Teil vorgefertigt, wodurch sich die Bauzeiten deutlich verkürzen lassen. Durch den Einsatz von Holz statt konventioneller Baustoffe können bei mehrgeschossigen Gebäuden zudem erhebliche CO₂-Emissionen in der Vorkette eingespart werden. Gleichzeitig sei die Holzversorgung auch langfristig grundsätzlich gesichert.
Martin Oldeland (B.A.U.M. e.V.) berichtet mit der Erfahrung aus über 20 Jahren und rund 1.000 Maßnahmen in Unternehmen. Er betonte, dass Unternehmen neben finanziellen Mitteln und weniger Bürokratie vor allem Mut zu Investitionen brauchen. Demnach muss vermittelt werden, dass Klimaschutz und Klimaanpassung strategische Zukunftsinvestitionen sind. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Kommunikation positiver Praxisbeispiele: Sie können andere Unternehmen zum Handeln motivieren, ebenso wie der zunehmende Druck von Kundinnen und Kunden.
Vielen Dank für eure informativen Vorträge und Einblicke!
