Der 16. ExtremWetterKongress ist eröffnet – und er hat ein Jubiläum.

23.09.2026

Bild: ExtremWetterKongress

Vor 20 Jahren, 2006, fand der erste ExtremWetterKongress statt. In diesem Jahr sind rund 1.000 Teilnehmende dabei, 200 mehr als im Vorjahr – und die HafenCity Universität, unser Gastgeber, feiert ebenfalls das 20-jährige Bestehen.

Eröffnet wurde der Kongress von Prof. Dr. Jörg Müller-Lietzkow, Präsident der HafenCity Universität. Per Videobotschaft meldeten sich Bundesminister Carsten Schneider (Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit), der in diesem Jahr erstmals die Schirmherrschaft übernommen hat, sowie Prof. Celeste Saulo, Generalsekretärin der Weltorganisation für Meteorologie (WMO).

Auf der Bühne diskutierten anschließend Prof. Dr. Klaus Richter, Vizepräsident der Deutschen Physikalischen Gesellschaft, und Dr. Jörg Steinwagner, Vorsitzender der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft, über den „Klimaaufruf“. Dabei handelt es sich um das gemeinsame Papier beider Gesellschaften, das vor einem Jahr an dieser Stelle vorgestellt wurde und in dem es heißt, eine Erwärmung von 3 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit bis 2050 lasse sich nicht mehr ausschließen.
Ein Jahr später fiel die Bilanz zweigeteilt aus. Inhaltlich sehe man keinen Anlass zur Korrektur: Die weltweite Temperaturentwicklung sowie die Erwärmung der Meere zeigten leider dieselbe Richtung. Zugleich gab es eine offene Selbstkritik an der eigenen Kommunikation – an der ein oder anderen Stelle hätte man deutlicher machen müssen, dass es sich um ein Szenario handelt und nicht um eine Prognose. Denn Klimaszenarien hingen immer davon ab, wie Menschen sich verhalten, und menschliches Verhalten lasse sich nicht vorhersagen. Zudem überzeugten die Fakten allein nicht, es brauche zusätzlich Empathie und Optimismus.

Prof. Dr. Tilman Santarius, Geschäftsführer des Deutschen KlimaKonsortiums, sprach über den Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse und kündigte den K3-Kongress im Juni in Heidelberg an, dessen Thema sei, Klimakommunikation mit Demokratie zu verbinden.

Den ersten Fachvortrag des Tages hielt Tobias Fuchs, Vorstand Klima und Umwelt des Deutschen Wetterdienstes, mit der Vorstellung des Extremwetter-Faktenpapiers. Die Erwärmung in Deutschland beschleunigt sich: Über den gesamten Messzeitraum liegt der Anstieg bei rund 0,13 Grad pro Jahrzehnt, in den vergangenen 50 Jahren hat er sich auf etwa 0,4 Grad verdreifacht. Der Sommer war dabei weniger von Mittelwerten geprägt als von der Häufung von Extremen – in Drewitz wurden am 27. Juni 41,8 Grad gemessen, ein neuer deutscher Rekord. Und Deutschland verliert Wasser: Bis auf den Februar war jeder Monat deutlich zu trocken, in elf der vergangenen 15 Jahre lagen die erneuerbaren Wasserressourcen unter dem Durchschnitt.

Danke an alle Partner und Speaker:innen – und an alle, die hier in Hamburg und im Stream dabei sind!