Bild: ExtremWetterKongress
Funktioniert Klimakommunikation noch in den sozialen Medien? Woher kommt der Hass im Internet? Wie gehen wir damit um?
Das Medienforum der KlimaManagementTagung brachte Menschen zusammen, die täglich mit diesen Fragen zu tun haben. Sie diskutierten darüber, wie digitale Kommunikation heute funktioniert – und wie sich sachlicher Austausch auch unter Bedingungen von Polarisierung, Desinformation und zunehmendem Hass ermöglichen lässt.
Folgende Punkte sind aus der Diskussion mitzunehmen:
,,Anonymität macht unsachlich“, betonte Ann-Sophie Henne (nachhaltig.kritisch) und verdeutlichte damit, dass die Hemmschwelle für unsachliche oder aggressive Äußerungen im digitalen Raum sinken kann. Im Gegensatz dazu äußerte Özden Terli, dass es ihn wundert, dass Menschen z.B. in LinkedIn mit Klarnamen dennoch unsachliche Kommentare hinterlassen. Daraus folgt: Die Sensibilisierung der Menschen für einen sachlichen und respektvollen Umgang miteinander ist nötig.
Zudem nannte Ann-Sophie Henne zum Thema Desinformationen den Ansatz „Prebunking und Debunking”. Statt Desinformation lediglich im Nachhinein zu korrigieren, können bekannte Mythen und Verzerrungen frühzeitig thematisiert und mit überprüfbaren Fakten eingeordnet werden.
Özden Terli sagte zu dem fehlenden Statement der Regierung zu den 16.000 Hitzetoten in einem Sommer: ,,Desinformation kann Menschen töten”. Denn wer öffentlich zweifelt, wird für andere zum Vorbild. Und die schützen sich dann nicht.
Bezüglich Hass in den sozialen Medien erklärte Ann-Sophie Henne, sie versuche, Raum für Dialog zu bilden und setzt auf Empathie als Methode gegen Hass im Internet.
Harald Lesch nannte die sozialen Medien als einen Echoraum für Auseinandersetzungen mit einer komplex gewordenen Wirklichkeit und unseren Problemen.
Carolin Lewandowska (Lage der Nation) sprach die scheinbare Polarisierung in den sozialen Medien an und machte jedoch deutlich: Es gibt nicht nur zwei feste Pole, die meisten Leute sind irgendwo dazwischen und bereit für Gespräche. Aber der Versuch, in ein respektvolles Gespräch zu kommen funktioniert nicht immer, weshalb sie auch Hasskommentare hart aussortieren und löschen. Das Internet sei zwar ein freier Raum, in dem jede seine Meinung äußern könne – das müsse jedoch nicht auf ihrer Plattform geschehen.
Kathrin Menden (BURDA FORWARD) brachte ein Screenshot von einem echten Hasskomentar mit, diese zeigt, wie Journalist:innen in Medien persönlich angegriffen werden.
Auch die Frage nach der Verantwortung der Plattformen stellte sich. So wurden verschiedene Schutzmechanismen und Möglichkeiten diskutiert – ebenso wie europäische Alternativen zu etablierten sozialen Netzwerken u.a. “W Social”.
Vielen Dank für die spannende Diskussion und auch danke an die Moderation und das Impulsgespräch von Silvio Wenzel (Science Media Center).
